Seite auswählen

Da die MIRABELLA kurzfristig noch Administratives in Barbados zu erledigen hatte, starteten der Skipper und die Bordfrau wie geplant am 19. Dezember alleine zur Nachtfahrt nach Bequia (sprich: Beqwei). Es war eine Fahrt die von ruhig und bequem bis regnerisch/stürmisch alles enthielt. Wir waren nicht alleine unterwegs und mussten laufend die Position der anderen Boote kontrollieren. Der Skipper war wie gewohnt bis auf zwei Stunden als Einhandsegler unterwegs, während die Bordfrau nun auch im karibischen Meer meinte ihren Mageninhalt verteilen zu müssen.

Als es hell wurde, fuhren wir bereits zwischen der Insel Bequia und St. Vincent hindurch. Bequia entpuppt sich als sehr grüne aus vielen Hügeln bestehende Insel. Diese Insel war uns als ganz easy zum Einklarieren in den Grenadinen empfohlen worden. Wir steuerten also auf der Westseite der Insel den Hauptort Port Elizabeth an der Admiralty Bay an wo uns ein Einheimischer mit seinem Motorboot ‘Blue Sky’ überschwänglich willkommen hiess. Er wies uns eine Boje zu mit dem sanften Hinweis ’60 ECD (Eastern Caribbean Dollar) pro Tag’ zu bezahlen. Ab dem dritten Tag kostete es nur noch 40 EC’s, da wir gleich fünf Tage im Voraus bezahlten – scheinbar brauchte Mister Blue Sky noch Weihnachtsgeld 😊 Wir hätten auch weiter hinten in der Bucht gratis ankern können, aber dafür mit höheren Wellen. Wir gönnten uns dann ein ausgiebiges Frühstück bei dem ein heftiger Regenschauer während ca. fünf Minuten runterging. In den darauffolgenden Tagen haben wir schnell mal gemerkt, dass diese Regengüsse hier zum Alltag gehören – also immer zwischendurch mal einen Blick über die Hügel machen ob da graue Wolken im Anmarsch sind und noch viel wichtiger, beim Verlassen von KISU sämtliche Fenster schliessen und die Cockpitpolster wegräumen! Aber länger als fünf Minuten hat so ein Regenguss nie gedauert und dann scheint schon wieder die Sonne.
In neuer Rekordzeit wurde anschliessend das Dinghi aufgebaut, zu Wasser gelassen und der Skipper brauste Zwecks einklarieren an Land während die Bordfrau KISU’s Innenleben nach der Fahrt wieder aufräumte. Und tatsächlich, das Einklarieren mit Zoll und Immigration dauerte nur 20 Minuten und kostete weitere 70 EC’s. Dafür können wir uns nun auf sämtlichen Grenadinen Inseln ohne weitere Behördengänge aufhalten.

Wie üblich am ersten Tag an einem neuen Ort, wurde Port Elizabeth zwecks Suche nach Einkaufsmöglichkeiten, Bankomat, Internetzugang und Schiffszubehör heimgesucht. Auf dem Rückweg hielten wir mit unserem Dinghi noch am Katamaran ET VOILA mit Heimathafen Basel an. Wir hatten vor fünf Jahren am Blauwasserseminar in Düsseldorf die Schweizer Heinz und Ursula kennengelernt, welche damals kurz vor ihrem Start zur Weltreise standen. Und wie wir ja inzwischen wissen: die Welt ist ein Kaff, trafen wir wirklich Heinz an. Er konnte uns viele gute Tipps über Bequia und die weiteren Inseln geben, da er inzwischen seit vier Jahren hier lebt.

Am 22. Dezember traf dann auch die MIRABELLA hier auf der Insel ein, kurz gefolgt von Patrick auf der FALKOR. So verbrachten wir den Heiligen Abend mit der MIRABELLA-Crew beim Barbecue im Hotel Frangipani. Für den Weihnachtsabend hatten wir dann die MIRABELLA’s und FALKOR bei uns auf KISU eingeladen. Alle steuerten was bei und so genossen wir bei Rumpunsch mit Chips, dann Hühnchen an Kokosmilch-Sauce mit Teigwarensalat und gebratenen Kartoffeln mit abschliessendem Fruchtsalat und Weihnachtsguetzli den herrlichen Abend. Wie man sieht herrscht auch Völlerei, wenn man nicht in der Schweiz Weihnachten feiert 😉

Täglich trafen nun weitere Schiffe aus der Atlantik Odyssey hier in Bequia ein, angefangen mit WILDSIDE, dann JAJAPAMI, LADY JANE und auch die MARIPOSA. So ergab sich immer mal ein Treffen an Land, am wunderschönen Princess Margaret Beach oder beim Sundowner und die Tage flogen nur so dahin. Aus ursprünglich geplanten ein/zwei Tage wegen des einfachen Einklarierens wurden nun 9 Tage herrlichen Lebens auf einer Karibikinsel. Und wie hat Eva-Maria von der MIRABELLA dies so treffend formuliert: ‘Genau wegen dem türkisen Wasser und dem Feeling haben wir die Strapazen der Atlantiküberquerung auf uns genommen’.

Heute, dem 28. Dezember soll es nun gleichwohl weitergehen – KISU wird die Insel Mustique ansteuern, die anderen Schiffe haben andere Pläne. Aber ein Wiedersehen wird es früher oder später bestimmt wiedergeben.

Gaby