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Die Bay of Islands Marina hier in Opua bietet einfach jeglichen Service, den wir für KISU benötigen. So vergeht fast kein Tag, an dem nicht irgendein Handwerker auf KISU erwartet wird oder wir selbst alles Mögliche und Unmögliche reinigen, reparieren oder ersetzen dürfen.
Bei einem überraschenden Wiedersehen an unserem ersten Abend im Opua Club House Restaurant trafen wir Josh, den wir mit seiner Familie in Teneriffa kennengelernt hatten als sie mit uns zusammen mit der Atlantik Odyssey Rallye den Atlantik querten. Sie waren damals auf ihrem Heimweg nach Neuseeland und waren viel schneller unterwegs als wir. So ergab es sich, dass wir uns erst hier in Neuseeland wieder trafen wo Josh als Segelmacher arbeitet. Ja und da KISU dringend neue Kleider braucht, war Josh natürlich unser Mann der Stunde. Wie abgemacht kam er bereits am nächsten Morgen zu uns aufs Schiff und mass alles Nötige für ein neues Hauptsegel aus. Ob er sich vielleicht noch die Genua anschauen könnte – er konnte. Mit dem nachteiligen Ergebnis, dass es nicht mehr gut genug sei, um damit noch weit zu kommen und reparieren ergäbe ausser weiteren Kosten bis zur nächsten gröberen Böe keinen Sinn mehr. Nun denn, bitte auf die Offerte (die wir inzwischen erhalten und für gut befunden haben) auch eine neue Genua hinzufügen ☹ Beim Ausmessen der Genua hielt sich Josh auch mal an der Reling fest oder am Kutterstag und siehe da auch er wurde von Stromschlägen gezwickt, wie es ebenfalls die Bordfrau schon seit fast einem Jahr zu beklagen hatte. Nun denn, lassen wir einen Bordelektriker kommen, der sich dann auch gleich die Elektrowinsch anschauen kann, welche nur noch im manuellen Modus arbeitet. Der Elektriker reparierte die Winsch und fand auch die Ursache für den Fehlstrom in der vollkommen korrodierten Strombox, welche den Strom aus den Solarzellen teilweise an den Geräteträger und so an die Reling weiterleitete statt in unsere Batterien.
Nachdem er uns unter den Solarzellen alles in einem neuen, glänzenden und nun bordtauglichen Kästchen verkabelt hatte und dabei gleich noch 5m überflüssiges Kabel welches in der Backskiste aufgerollt herum lag entfernte, konnte er auch keine 15 Volt mehr auf der Reling messen. Die Bordfrau wird es ihm spätestens beim nächsten Ankermanöver im Regen in der Saison 2020 sehr zu danken wissen 😊

Kaum war der Elektriker verschwunden erschien bereits der Mann für den Motorenservice, da unser Schiffsmotor doch inzwischen 2000 Stunden auf dem Buckel hat.
Der Rigger wiederum erklärte uns, dass die Salinge, welche Risse aufweisen, von ihm ersetzt werden müssen.
Unsere To-do-Listen beinhalteten aber auch gefühlte tausend Sachen für den Skipper und die Bordfrau und so verbrachten wir die folgenden drei Wochen mit: Licht im Kompass ersetzen, Echolot ausbauen und reparieren lassen, Umlenkrolle für das Genuareff ersetzen, Duschschlauch und Toilettendeckel ersetzen, und, und, und…
Unsere Ankerwinsch konnten wir dank einer auf der KAMA ausrangierten Ankerwinsch teilweise ersetzen, Anker und Ankerkette kontrollieren sowie den Ankerkasten reinigen. Wir hatten das Ankerequipment halt arg viel beansprucht, da unser letzter Marina-Aufenthalt in Panama gewesen war und wir nur zweimal im Pazifik an einer Ankerboje festgemacht hatten. Daneben musste mal wieder sämtlicher Chromstahl auf KISU vom Rost befreit werden (durch den ungewollten Strom auf der Reling, hatte sich auch viel mehr Rost angesetzt). Die Cockpitkissen und ein Seitenteil des Sonnenschutzes mussten zum Polsterer gebracht werden, da einige Druckknöpfe ihren Dienst quittiert hatten. Den Reissverschluss am Lazybag konnte die Bordfrau mit ihrer Nähmaschine flicken und sämtliche Leinen wurden von Hand gewaschen, um sie wieder geschmeidiger zu machen. Nachdem unser Kombisteamer endgültig den Dienst quittiert hatte, wurde das Gerät und der kleine Gasherd vom Skipper gegen einen grossen Gasherd mit Backofen ausgetauscht. Der Aussenborder Motor benötigte einen Ölwechsel und seine Kühlleitungen mussten vom Salzwasser befreit werden, ebenso wurde der Watermaker konserviert, da wir Beides ca. ein halbes Jahr nicht mehr im Einsatz haben werden. Unser Funkgerät hat auch seit längerem seine Macken, also entschied der Skipper sich nach ausführlicher Verifizierung für ein neues Gerät und baute es auch selber ein. Die beiden Klappdeckel hinten im Cockpit unter denen wir die Leinen wegräumen können sind auch schon einige Zeit lose. Die Scharniere wurden gereinigt und entrostet und anschliessend die Löcher mit Zweikomponenten Epoxi aufgefüllt, damit sie wieder fest verschraubt werden konnten.

Ja und dann gibt es noch diese Momente wo dem Skipper sein Fahrrad vom starken Wind ins Hafenbecken versenkt wird. Mist – wie bringen wir dieses Velo nun wieder aus 4 Meter Tiefe raus. Kein Problem, wenn man einen Skipper wie die KISU hat. Schnell mal den Dinghy-Anker gut gezielt ins Hafenbecken geschmissen, langsam wieder einholen und was hängt am Anker: sein Fahrrad. ‘Schwein gehabt’ findet die Bordfrau – ‘Können’ meint darauf natürlich der Skipper 😉 Nachdem wir ja eigentlich auch ohne solche Zwischenfälle genügend Arbeit hätten, darf er nun das Velo zerlegen, mit Süsswasser spülen und beim Zusammensetzen ordentlich fetten. Das Schaltkabel wurde auch gleich noch ersetzt und seit einer Woche rollt der Skipper per Rad wieder flott zu den Shipchandler.
Als wäre die Geschichte mit dem Rad noch nicht genug gewesen, steigt die manuelle Bordtoilette aus: Fäkalientank verstopft. Ach du Sch…..! Fünf Stunden später ist auch dieser Notfall behoben, doch ich denke der Skipper hätte auf den Einsatz liebend gerne verzichtet.

Fast täglich hört die Bordfrau, dass wir schon fast alle To-Do’s erledigt hätten und doch findet sich immer wieder etwas zum Abarbeiten. Es macht sich nun bemerkbar, dass wir fast acht Monate unterwegs waren und KISU immer wieder auf Neuseeland vertröstet werden musste wenn etwas zu reparieren war oder gekauft werden sollte. Die Preise sind hier um ein Vielfaches tiefer als in der Südsee und zudem sind die Kiwi’s so segelbegeistert, dass sie dann auch den nötigen Sachverstand mitbringen.

Wir finden aber auch immer mal die Zeit, mit Carola und Martin von der LANI einen Sundowner oder gar ein gemütliches Abendessen zu geniessen. Einmal waren wir in Paihia und einen Tag in Kerikeri zum Shoppen. Herrlich was wir plötzlich wieder alles kaufen können. Wir haben das angenehme Gefühl, dass wir wieder zurück in der Zivilisation sind.

Ab nächsten Dienstag dem 03. Dezember haben wir für 14 Tage eine Auto gemietet, das eine oder andere Airbnb reserviert, um dann einen Teil der Nordinsel zu erkunden. Darauf freuen wir uns Beide sehr, waren doch schon die Fahrten zum Einkaufen landschaftlich sehr beeindruckend.
Was wir dabei erleben werden – bleibt neugierig und lest es dann auf unserem Blog 😊

Gaby