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Erst Mal noch vielen Dank für die zahlreichen Vorschläge zur Namensgebung/Beförderung der Bordfrau. Trotzdem verzichtet sie gerne auf alle noch so schmeichelhaften Titel da man ja weiss, dass sowas auch mit Mehrarbeit verbunden sein kann 😉

Eigentlich sind wir ja nur schnell nach Neiafu zurück, um uns dort für 8 Top (nur 4.- sFr.) abzumelden. Bevor wir jedoch dazu kamen trafen täglich mehr befreundete Boote von uns ein. Von SAIL MORE über SERENITY, WILDSIDE, GEMINI SUNSET bis hin zu der neuen Bekanntschaft mit Willy und Peter vom schweizerischen Segelschiff AROHA DOREA. Somit versackten wir bei unzähligen Sundowner oder Abendessen mit den verschiedenen Crews. Dann haben wir noch schnell den höchsten Berg in der Vava’U Gruppe bestiegen. Der Mt. Talau mit ganzen 131m über Meer bot uns einen herrlichen Blick über die Vava’U Inseln. Täglich konnten wir die hier in Tonga beheimateten Flughunde beobachten oder meist eher hören. Und Schwupps, waren zwei Wochen vor lauter Leben geniessen vergangen. Auf dem hervorragenden Gemüse- und Früchtemarkt deckten wir uns mit dem Nötigsten ein (also zum Beispiel viele Limetten für den KISU-Special 😉). Danach verzogen wir uns für drei Tage in eine ruhige Bucht und konnten dort noch zweimal zum Schnorcheln gehen. Wenig Fische, dafür sahen wir nicht nur Steinkorallen sondern herrliche sich sanft im Wellengang wiegende Weichkorallen und glitzernde Pfauenwedelalgen.

Doch wie jedes Jahr sitzt uns plötzlich die Zeit beziehungsweise die kommende Taifun-Saison im Nacken, also auf zu neuen Ufern.
In einer Nachtfahrt brachte uns der Skipper souverän in die Ha’Apai Inselgruppe, während die Bordfrau nun doch noch einen Mageninhalt erstmalig in den Pazifik versenken musste ☹

In Ha’Apai, genauer vor dem Eiland Lifuka ankerten wir bei Pangai. Hier durften wir dem Customs 100 Top bezahlen damit er zur Kenntnis nahm, dass wir nun hier seien. Einfach eine Frechheit innerhalb des gleichen Landes nochmal einzukassieren. Immerhin wird uns das Geld in Tonga immer mit einem Lächeln und ganz freundlich, manchmal sogar fast entschuldigend abgeknöpft 😉 Am nächsten Tag genossen wir einen herrlichen Spaziergang an dem gut fünf Kilometer langen puderfeinen Sandstrand entlang. Eine tolle Begegnung hatten wir dabei im Strandlokal mit der Bedienung Sonia aus Deutschland. Sie gab uns ein paar Tipps zu Neuseeland und wir erzählten ihr ein bisschen von unserer Reise – einmal mehr: zufällig ein herrlicher Plausch fast wie unter Freunden. Wir wünschen dir alles Gute in Fiji oder wo es dich danach auch immer hinzieht!
Jede Insel in der Ha’Apai Gruppe ist mit einem Sandstrand umgeben. Man könnte sich hier nochmal Wochenlang aufhalten so wunderschön ist es. Wir entschieden uns jedoch weiterzufahren da täglich immer mehr Segelboote eintrafen, welche dann schlussendlich wie auch wir in Nuku’alofa landen würden.
Kurz nach dem wir Anker aufgegangen waren, sahen wir auf unserem Kartenplotter ein Schiff mit dem Namen KAMA und einer schweizerischen MMSI-Nummer aufleuchten, welches auf die Inselgruppe zufuhr. Der Skipper funkte kurz hinüber und tatsächlich es war die KAMASTERN, welche wir das letzte Mal vor zwei Jahren in Teneriffa in San Miguel getroffen hatten. Diesmal waren jedoch nicht Margrit und Ernst an Bord, sondern ihre Kinder Katja und Stefan. Wir hoffen doch alle Vier in Neuseeland zu treffen.

In einer achtstündigen Tagesfahrt segelten wir zur Insel Nomuka zum Übernachten, bevor es am nächsten Tag in zwölf Stunden weiter nach Nuku’alofa in der Tongatapu Gruppe ging. Am frühen Morgen des zweiten Reisetages muss noch erwähnt werden, dass wir endlich (wenn auch etwas weit entfernt für gute Fotos) einem Buckelwal bei seinen Sprüngen mindestens fünf Minuten lang zusehen durften. Erst sah man nur den Blas in die Höhe schiessen und dann begann der Wal immer wieder aufzutauchen und sich auch mal seitlich aufs Wasser fallen zu lassen oder elegant seine Schwanzflosse beim Eintauchen noch lange dem Himmel entgegen zu strecken. Was für ein sensationelles Schauspiel! Die Bordfrau ist sich sicher, dass der Wal kurz vor dem endgültigen Abtauchen in die Tiefen des Pazifiks KISU sogar noch mit seiner riesigen Brustflosse lange zugewunken hat 😊

Die Einfahrt bei Nuku’alofa war noch schnell etwas trickig da miserabel markiert, vielleicht lag es nach der langen Fahrt aber auch an der Müdigkeit der KISU-Crew. Aber einmal mehr haben wir auch hier alle Untiefen und Riffe erfolgreich umfahren und unser Anker fiel zum letzten Mal in dieser Saison kurz vor dem Eindunkeln in den Sand.

Ja und hier warten wir nun auf ein perfektes Wetterfenster oder wie uns ein Seglerkollege sagte: auf ein BFH (big fucking high). Dann starten wir unsere drittlängste Fahrt seit wir unterwegs sind. Wir rechnen mit 8-10 Tagen für die Überfahrt und dann ist für fünf Monate Pause vom Segeln angesagt. Auf Neuseeland und die Pause freuen wir uns riesig – ist doch nach 14 Monaten ununterbrochen unterwegs zu sein die Luft einfach raus. Nicht nur bei der KISU-Crew; dies bestätigen uns auch viele andere Segler, die nur noch in Neuseeland ankommen wollen damit diese lange Saison zu Ende geht.

Unser Fazit zu Tonga: Nehmt euch viiiiel Zeit für dieses wunderschöne Königreich. Nur nette und hilfsbereite Leute und die Vava’U und Ha’Apai Gruppen stehen den Tuamotus in Schönheit nur ganz wenig nach. Die Bordfrau wünschte sich wir hätten noch mehr Zeit hier verbringen können so gut hat es ihr gefallen.
Aber: ‘ds Füfi u ds Weggli’ gibt es nun mal ganz selten 😉
Schön, haben wir trotzdem noch so viel von Tonga mitnehmen können.

Gaby