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Wir haben noch ein paar Tage in Falmouth Harbour angehängt.
Beim Versuch am Donnerstag nach dem Wahltag auf Antigua einkaufen zu gehen, hatten wir natürlich nicht beachtet, dass die den Tag gleich zu einem ‘Holiday’-Tag machen, sprich: keine Geschäfte öffnen. Dafür haben wir völlig überraschend Cosima und Ralf von der TRITON im Lokal neben dem Dinghi-Dock getroffen. Bei einem gemütlichen Plausch mit Pizzaessen, erzählten wir uns unsere Erlebnisse der bisherigen Reise in der Karibik. Wir waren uns zuletzt in Barbados begegnet und hatten seither einzig aus den jeweiligen Blogs erfahren, ‘wer/wie/wo’. Statt einkaufen bzw. Museum besuchen hatten wir so einen sehr lustigen Nachmittag zusammen.
Die folgenden Tage verbrachten wir mit einkaufen, schnorcheln, Hafenkino (dabei sahen wir einen Manta etwa 30 Meter neben KISU aus dem Wasser springen) und auch ab und an einem Wadadli-Bier trinkend im Skullduggery’s Cafe wegen des sehr schnellen Internets dort. Im Skullduggery’s lernen wir auch Doris und Hanspeter von der SANTJANA kennen – wer hätte das gedacht: ein weiteres unter Schweizerflagge fahrendes Segelschiff.
Für den Sonntagnachmittag hatten wir eine Verabredung mit den TRITON’s. Sie hatten ein Auto gemietet und uns spontan zur Mitfahrt zum Shirley Heights eingeladen. Ein Besuch in Shirley Heights gilt als eine der Must-Do-Veranstaltungen in Antigua. Seit 31 Jahren findet dort jeden Sonntag ab 15:00 die ‘Sunday Barbecue Party’ statt. Und wir wurden nicht enttäuscht. Wenn auch zusammen mit ca. 300 weiteren Partygästen genossen wir die Aussicht auf den English Harbour mit Falmouth Harbour im Hintergrund, dazu tolle Steelband Musik und einem schönen Sonnenuntergang. Dazu gab es Leckeres vom Grill mit Salaten. Ein rundum perfekter Nachmittag/Abend in sehr angenehmer Gesellschaft und mit interessanten Gesprächen. Danke Cosima und Ralf.

Nachdem wir mal wieder die ‘am längsten im Ankerfeld liegenden’ waren, wurde es Zeit weiterzuziehen.
Also Anker auf, vier Stunden unter Motor gefahren, Anker runter im karibik-kitschigen türkisen Wasser von Jolly Harbour. Der Skipper sprang auch gleich mit der ABC-Ausrüstung ins Wasser um den Anker schnorchelnd auf ‘gut eingefahren’ zu überprüfen. Völlig bedröppelt kam er nach zwei Minuten zurück – die Sicht im Wasser betrug ganze zwanzig Zentimeter weit ☹ So schön das Wasser und alles drumherum anzuschauen war, unter Wasser ging gar nichts. Immerhin sah die Bordfrau auch hier einen Manta einen Meter hoch aus dem Wasser springen. Da Mantas bekanntlich oben grau und auf ihrer Unterseite weiss sind, kann man nur schwer beschreiben wie es aussah, als der weisse Bauch wegen dem türkisen Wasser nun auch türkis aussah. Uns gefiel es in Jolly Harbour und da Ostern vor der Türe stand, machte es auch keinen Sinn weiter zu segeln. Je nach Insel muss nämlich fürs Einklarieren schon an Sonntagen ein Zuschlag bezahlt werden; da wollten wir gar nicht testen, was Feiertage kosten würden.
Daher hatten wir plötzlich Zeit und Musse uns St. John’s, die Hauptstadt von Antigua anschauen zu gehen. Nicht dass uns das nun gefehlt hätte, wenn wir es nicht gesehen hätten. Zur selben Zeit lagen nämlich gleich vier(!) Kreuzfahrtschiffe im Hafen und wir durften uns mit deren Passagieren die Sehenswürdigkeiten teilen. Somit wurde aus der Stadtbesichtigung eher ein Ellbogen schieben. Ins Museum von Antigua und Barbuda haben wir nur kurz einen Blick hineingeschmissen und uns dann mit den Exponaten von Lokomotiven und Dampfmaschinen aus ehemaligen Zuckerplantagen rund um das Museum begnügt. Dafür mussten wir nicht mal Eintritt bezahlen 😊
Da das Wetter über die Ostertage hier schlicht perfekt war (ja, ich weiss in der Schweiz liess es zu wünschen übrig) konnten wir von unserem Ankerplatz aus bis hinüber zu den Inseln Nevis, Redonda und Montserrat sehen. Rechts und links vom Vulkankrater des Soufrière Hills auf Montserrat sahen wir sogar die Schwefelgaswolken aufsteigen, was uns deutlich machte, dass wir es mit einem immer noch aktiven Vulkan zu tun hatten.

Bevor wir hier nun wieder die ‘dienstältesten Ankerer’ würden, fuhren wir am Ostermontag in acht gemütlichen Stunden hinüber zur Insel Nevis und warfen dort in zwar nicht mehr türkisem dafür aber glasklarem Wasser vor Charlestown den Anker ins Hafenbecken. Das Einklarieren und somit die Landbegehung verschoben wir auf den nächsten Tag.
Die Immigrationsdamen waren wie schon gewohnt sehr unhöflich, schnippisch und mit ihrem Genuschel kaum zu verstehen – aber das scheint halt karibischer Stil zu sein 😉 Die Stadt Charlestown kann ansonsten getrost ausgelassen werden. Es gab ausser kaputten Strassen und Häuser sowie viel Abfall am Wegesrand nichts Sehenswertes und die Einkaufsmöglichkeiten sind äusserst bescheiden, da der grosse Supermarkt nichts als ein leergeräumtes Gebäude war.
Zurück auf KISU gingen wir Anker auf und wollten in die nur 4 Seemeilen entfernte Oualie Beach verlegen. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die Mindesttiefe von drei Metern die wir nun mal für KISU möchten, nicht garantiert und durch den von Norden herkommenden Schwell auch nicht wirklich ruhig war. Also rechtsumkehrt und zurück zur Pinney’s Beach kurz vor Charlestown, wo wir nun vor dem Nevis Peak ruhig an einer Boje liegen. Am Nachmittag wollen wir den schönen langen Sandstrand mal ablaufen und etwas Schnorcheln gehen.

Morgen soll es dann auf die Insel St. Kitts weiter gehen und bis zum Sonntag wollen wir auf St. Barths sein. Dort möchten wir Jürg mit seiner GORDONS wiedersehen – er wird an der vom 08. – 14. April dauernden ‘Les Voiles de St. Barth’ Regatta teilnehmen.

Gaby