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Nachdem wir uns hier in Cascais (ausgesprochen wird das «Gaschgeisch») schon fast heimisch fühlen, fanden wir dann doch es wäre an der Zeit uns mal Lissabon anzuschauen. Mit dem Zug benötigten wir 30-40 Minuten und da die Züge vernünftig klimatisiert sind, war das Reisen bei 25-30 Grad Aussentemperatur angenehm und die Aussicht einerseits aufs Meer/Tejo hinaus und andererseits auf die vorbeiziehenden Dörfer und Städte sehr interessant.

1. Tag: Stadtteil Belém
Der Zug brachte uns mitten in die ‘must be’ für Touristen. Wir starteten mit dem 300m langen Gebäude des Hieronymus-Kloster welches unter anderem den Sarkophag von Vasco da Gama beherbergt. Besonders schön fand ich das Gewölbe der Kirche. Weiter ging es anschliessend am Ufer des Tejo-Flusses vorbei am Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos welches 33 wichtige Persönlichkeiten des Spätmittelalters in Portugal zeigt. Den Torre de Belém welchen wir ja schon von KISU ausgesehen hatten, mussten wir natürlich auch noch vom Land her unter die Lupe nehmen. Viel wichtiger war dann aber doch, dass wir dort das Volvo Ocean Race Team ‘Brunel’ entdeckten. Nachdem wir das Team ‘Turn the Tide on Plastic’ bei uns in der Marina de Cascais liegen haben, können wir nun immerhin schon vier der insgesamt sieben am Rennen um die Welt teilnehmenden Schiffe als gesichtet vermerken. Nun war es bereits später Nachmittag geworden und so machten wir uns auf den Weg den nächsten Bahnhof anzusteuern. Unterwegs am Tejo entlang kamen wir mal an schicken mal an halb verfallenen Industriegebäuden vorbei. Und dann das Highlight des Tages: in einem kleinen Hafengelände entdeckten wir die Brunel wieder und mit ihr zusammen noch die Schiffe der Teams ‘AkzoNobel’, Team ‘Vestas’ und des Teams Scallywag. Leider war der Hafen mit dem dazu gehörenden Gelände weiträumig abgesperrt, so dass die Fotos etwas zu wünschen übriglassen. Auch dass der Skipper für noch bessere Fotos auf eine Autobahn kraxelte half nicht viel 😉 Immerhin war neben dem Gelände dann gleich der Bahnhof und so brachte uns der Zug zurück nach Cascais. Zu Fuss ergab dies heute 10.5 km

2. Tag: Stadtteile Alfama und Baixa
In Alfama konnten wir eine sehr gut erhaltene Altstadt besichtigen welche durch die schmalen, steilen Gassen unter anderem mit der berühmten Strassenbahn 28 und der ältesten Kirche Lissabons (Catedral Se Patriarcal stammt aus dem 12. Jahrhundert) aufwartete. Nur das überall vorhandene Kopfsteinpflaster ist sehr anstrengend zum Laufen. Nicht nur dass es extrem rutschig ist durch seine Oberfläche, es ist auch teilweise sehr uneben und ‘löcherig’ durch fehlende Steine.
Baixa war dann mehr die ‘Einkaufsmeile’, welche mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Geschäften, Strassenhändlern und netten Cafés versehen war. Aber auch hier liessen sich immer wieder geschichtliche Gebäude/Plätze entdecken. Diesmal ergaben sich 10.1 km Fussweg.

Fazit Lissabon: Du bist eine schöne Stadt und auch eine Reise wert! Aber plant eine Woche ein, sonst wird man überflutet von so viel Geschichte und Sehenswürdigkeiten 😊

Nach dem ganzen Grossstadtrummel und den unzähligen Touristen (ja wir waren auch Touristen) war es für uns ganz angenehm, in der gemütlichen Marina de Cascais mal wieder etwas an KISU rumzuwerkeln oder mit dem Hackenporsche einen weiteren Grosseinkauf zu tätigen.
Heute Samstag 16. September waren wir noch an einer hier in Cascais dieses Wochenende stattfindende Classic-Motorshow uns ein paar Oldtimerautos anschauen. Und wie könnte es auch anders sein; dem Skipper sein Traumauto Jaguar E-Type war gleich mehrfach vertreten.

In der vergangenen Woche waren wir insgesamt 43km zu Fuss unterwegs gewesen und daher ist es an der Zeit, dass die Bordfrau morgen mal wieder die Fische füttern geht und der Skipper vier Stunden lang Einhand segelt bis der Blauwassermodus wieder greift. Das heisst: wir werden die 3-4 Tage nach Madeira in Angriff nehmen und hoffen doch, dass dieser immer noch andauernde Starkwind hier etwas (aber bitte nicht ganz) nachlassen möge. Wenn wir uns also das nächste Mal melden, werden wir schon wieder ein ordentliches Stück südlicher sein. Bis dahin…

Gaby