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Mit geplanten sechzig Seemeilen von Portland nach Dartmouth entschieden wir uns um 05:00 gibt’s Frühstück und um 06:00 wird abgelegt. Gesagt – Getan. Da mal wieder Null Wind für den Morgen und Wind auf die Nase am Nachmittag angesagt war liessen wir ausnahmsweise den Motor und Autopilot für uns arbeiten. Bei der Hafenausfahrt konnten wir noch die eindrucksvolle Motoryacht ‘Force India’, eine Mangusta 165 bewundern. Die Herren verschliefen dann den halben Morgen (um 05:00 aufstehen war wohl doch etwas früh) während die Bordfrau als Skipperin fungierte und mal wieder zahllosen Fischernetzen auswich. Dank dem herrlichen Sonnenschein war es eine angenehme warme Fahrt. Dreimal sahen wir Delfine, einmal gar eine Gruppe mit sicher fünf Tieren. Im Hafen von Dartmouth lagen wir eher auf der ruhigen Seite des Ortes aber gleich in unserer Nähe war eine Anlegestelle für die Fähre, welche uns in weniger als fünf Minuten über den Hafenkanal ins volle Leben schipperte. Da für den nächsten Tag Regen angesagt war (der dann doch nicht gekommen ist, oder besser gesagt nur in der Stunde als wir uns Dartmouth ansahen) gab es einen Ruhetag den die Herren mit fälligen Arbeiten füllten und die Dame mit Näh- und Flickarbeiten. Den Nachmittag verbrachten wie noch mit Lebensmittel auffüllen und einem obligaten Pub-Besuch. Am Pier schauten wir dann den Touristen und Kinder zu, wie sie Krabben fingen. Eine Spindel mit langer Schnur, daran ein Netzbeutelchen gefüllt mit Fisch- oder Fleischstückchen und etwas Blei daran befestigt wird im Wasser auf den Grund abgesenkt. Kurz warten und dann die Schnur langsam einholen. Nun stehen die Krabbenangler auf einem Pier der zehn Meter über der Wasserlinie liegt. Die Kunst ist es nun, wenn sich so eine Krabbe am Netz festhält, die Krabbe nicht zu verlieren und bis zum Pier hinauf zu kriegen wo sie dann in einen Eimer mit Wasser drin abgesetzt wird. Zum Teil ging es nur um den Spass wie viele Krabben man fängt. Dann wurden sie gezählt und wieder ins Wasser entlassen. Dartmouth ist ein äusserst hübscher Ort welcher schon sehr nach ‘Rosamunde Pilcher’ aussieht, aber wirklich eine Reise wert ist. Dies fand wohl auch die eingangs erwähnt Motoryacht ‘Force India’, die wir hier wieder trafen.

Für den nächsten Tag war dann die Tagwache vom Skipper netterweise auf 07:00 angesetzt und um 08:00 war die Mannschaft bereits in obligater Montur (von Socken bis zum Ölzeug) an Deck zum Ablegen angetreten. Kurz nach der Hafenausfahrt konnten wir bereits alle Segel setzen und so über eine Stunde herrlich dahingleiten. Danach gab es mal wieder eine streckenbedingte Kursänderung à la ‘Wind-auf-Nase’, mit einem sehr magenfreundlichen Wellengang. Überhaupt kann die Bordfrau inzwischen sehr gut ohne Seekrankheit den Tag verbringen. Offenbar sind mir bereits ‘Seebeine’ gewachsen 😊
Wir liessen uns dann unter Motor bewusst etwas nach Süden abfallen, damit wir die letzten zwei Stunden nochmals Segel setzen konnten. Die Genua mussten wir dann schnell etwas Verkleinern da der Wind gegenüber dem Morgen stark zugenommen hatte. In ungemütlicher Schräglage (siehe Foto) wurde nun Plymouth entgegen gesegelt. Erst hinter dem Wellenbrecher holten wir die Segel wieder ein und tuckerten unseren ausgewählten Marina ‘Mayflower’ entgegen. In der Marina angekommen legten wir noch einen Zwischenhalt bei der 24-Stunden-offenen Tankstelle ein. Leider wurde genau jetzt wo wir da angelegt hatten die Tankstelle durch Tanklaster befüllt so dass wir eine Stunde hätten warten sollen. Wir entschieden uns dann dafür die uns zugewiesene Box anzulaufen und das tanken auf Morgen zu verschieben bevor wir uns auf den Weg nach Falmouth machen würden. Inzwischen hat uns jedoch der Starkwind bereits wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht so dass wir den Mittwoch erneut als ungeplanten Ruhetag verbringen müssen. Mal schauen ob es für ein Sightseeing von Plymouth reicht.

Gaby