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Es war doch an der Zeit wieder mal nach KISU zu schauen. Nach acht Stunden Fahrt stehen wir mit all unserem Gepäck im vollbeladenen Veloanhänger der Werft an unserem Hafenplatz, aber weit und breit keine Sun Odyssey. Die Werft hatte doch zugesichert, dass KISU vor Ostern eingewassert wird?!? Nach einigem Suchen finden wir dann doch noch unser Boot im Werfthafen hinten. Also Gepäck auf dem Steg stehen lassen, KISU entern, Motor anlassen und den Hafenmeister motivieren, dass er die Fussgängerbrücke hebt damit wir an unseren Platz fahren können.

Tochter Janine mit Ehemann Jan und unserem Enkel Tristan sind diesmal auch mitgekommen. Nach schnellem Einräumen der mitgebrachten Sachen, widmen wir uns die nächsten Tage ausschliesslich der Familie und geniessen es sie um uns und auf dem Schiff zu haben. Dem Kleinen scheint das Bootsleben zu gefallen, er schläft herrlich seinen Mittagschlaf in unserer Koje.

Kaum ist die Family abgereist, ist auch Schluss mit rumhängen. Wir gehen unserer Lieblingsbeschäftigung nach, dem Verlegen von Kabeln und Wasserleitungen. Matratzen, Polster, Bodenbretter sind immer im Weg. Wir dachten doch, dass wir ein grosses Boot haben. Wie immer geht alles länger als gedacht. Die Wasserleitung muss vom Watermaker zuhinterst im Boot, zum Wassertank zuvorderst im Boot verlegt werden. In der Zwischenzeit ist auch Michael Wnuk von Lunatronic eingetroffen. Er soll das Energiemanagement, und die Kommunikation fertigstellen. Leider ist der Geräteträger für die Solarzellen nicht fertig (bzw. die Werft hat nicht mal eine Offerte erstellt). Ohne Geräteträger keine Kurzwellenantenne, also auch diesmal werden wir nicht fertig. Murphy’s Law verfolgt uns weiterhin an Bord. Eine von sieben Batterien ist defekt und durch unsere Superlichtmaschine mit 200Ah werden deshalb alle Batterien überladen und gehen kaputt. Es stinkt noch tagelang nach Säure! Dass unser neues Energiesteuergerät (Batterielader & Inverter) nicht funktioniert, macht die Lage auch nicht einfacher. Der Hersteller verspricht ein fabrikneues Gerät, aber wer die Reise von Michael (800km ein Weg) bezahlt, bleibt unbeantwortet.
Abwechslung brachte immerhin das an Bord hieven der 80 Meter CROMOX Duplex Ankerkette (190 kg) und des 33kg Rocna Ankers. Wir konnten zum Glück mit dem Palettenhubwagen bis zur Kaimauer fahren. Perfekt wäre es gewesen, wenn uns der Lieferant auch einen passenden Schäkel mitgeliefert hätte.

Es gibt auch Gutes zu berichten. Die LunaWLANnet Antenne funktioniert bestens. Kann ich wärmstens empfehlen. Wir konnten zu dritt auf dem KISU WLAN surfen, während der Nachbar keinen Empfang hatte. Die ganze Kommunikation ist vernetzt (Bord-PC / Pactor Modem / Kurzwelle / WIFI). Die Wetterdaten können jederzeit über WLAN, Kurzwelle oder Satellitentelefon geladen und über die Seekarten gelegt werden. Mit einem weiteren Programm lässt sich dann der schnellste Kurs berechnen.
Der kulinarische Teil ist immerhin ein voller Erfolg gewesen: Gaby hatte zum ersten Mal Hummer und hat ihn sehr genossen. Michael hat uns ein Green Thai Curry serviert (sehr lecker), und an Wein hat es uns glücklicherweise auch nicht gemangelt. Wie Michael die Tage auf KISU erlebt hat findet ihr hier (Wemeldinge II).

Und schon geht’s wieder acht Stunden Autofahrt zurück in die Schweiz mit einigen Aufgaben und Besorgungsaufträgen die es zu erledigen gilt bis dann pünktlich zu Auffahrt die acht Stunden Autofahrt wieder Richtung Holland gehen.

Markus